Das überaus reiche kulturelle Erbe der heutigen Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien) repräsentiert die mehr als 640 Jahre lange Geschichte der medizinischen Fakultät der Universität Wien und jetzigen MedUni Wien. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts spielte die medizinische Fakultät eine wesentliche Rolle im Gesundheitswesen einer Region, die zumindest das heutige Bayern, Oberösterreich, Niederösterreich inkl. Wien, Burgenland, Teile Ungarns und der Steiermark umfasste. Eine ähnliche Funktion übten nach derzeitigem Wissensstand lediglich italienische Universitäten, sowie die medizinische Fakultät der Universität Prag aus, allerdings in einem wesentlich geringeren räumlichen Umfang bzw. mit wesentlich geringeren Befugnissen. Das Wirken der Wiener medizinischen Fakultät ist aufgrund der ausgezeichneten Quellenlage gut darstellbar, was ebenfalls eine Einmaligkeit in Europa darstellt.
Wesentlich bekannter ist die Bedeutung der sog. „Wiener medizinischen Schulen“ des 18. und 19. Jahrhunderts, keinesfalls ausreichend erarbeitet ist die Geschichte der Wiener Medizinischen Fakultät im 20. Jahrhundert. Aus dieser langen und wechselvollen Geschichte resultiert ein sehr reichhaltiges kulturelles Erbe, das sich dadurch auszeichnet,
Diese drei Faktoren machen das kulturelle Erbe der Medizinischen Universität Wien zu einer europäischen Besonderheit, was sich aus der Tatsache ergibt, dass es sich um einen Bestand handelt, der aus der alltäglichen Tätigkeit der medizinischen Fakultät in Wissenschaft, Lehre, Forschung und Gesundheitswesen erwachsen ist und somit deren Entwicklung in vielfältiger Weise repräsentiert.